Die wichtigste Weichenstellung der Woche ist Indonesiens Pflicht zur Halal-Zertifizierung. Sie gilt ab dem 18. Oktober für importierte Lebensmittel, Kosmetik und Konsumgüter. Zugleich verengen Exportregeln, Fristen bei Seltenen Erden und Risiken in der Schifffahrt den Spielraum. Wer seine Compliance-Vorbereitungen jetzt abschließt, verschafft sich einen Vorsprung vor langsameren Wettbewerbern.
Die Pflicht zur Halal-Zertifizierung erfasst Lebensmittel und Getränke, Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, chemische Produkte, Medizinprodukte mit geringem Risiko sowie bestimmte Bekleidung und Geräte. Das geht aus Angaben des Export Service auf dem australischen Regierungsportal Business.gov.au vom 11. Oktober hervor. Exporteure brauchen Zertifikat und Kennzeichnung, und auch indonesische Vertriebspartner tragen ein Risiko. Laut ANTARA News vom 18. September bestätigte Handelsminister Budi Santoso am 9. September, dass Waren vor Beginn der Pflichtphase weiterhin eingeführt werden können.
Beim genauen Datum weichen die Quellen voneinander ab. Das Ilomata International Journal of Social Science nennt am 16. September unter Berufung auf GR 42/2024 den 17. Oktober, die übrigen Quellen den 18. Oktober. Unternehmen sollten den 17. Oktober als sichere interne Frist ansetzen. Laut derselben Fachzeitschrift rechnet ein Leitfaden nicht mit einer weiteren Verlängerung, und Australien hat bei der Welthandelsorganisation (WTO) Bedenken zum Marktzugang angemeldet. Handlungsbedarf: Stellen Sie noch in dieser Woche sicher, dass für jede Artikelnummer ein von der BPJPH anerkanntes Zertifikat vorliegt, und regeln Sie die Verantwortung mit Ihren Vertriebspartnern schriftlich.
18. Oktober Beginn der Halal-Zertifizierungspflicht für Importwaren
Nach Angaben von HLC Publications vom 29. August beschränkt die Regierungsverordnung 24/2026 den Export strategischer Rohstoffe wie Kohle, Palmöl und Ferrolegierungen auf eine benannte staatliche Exportgesellschaft. Diese tritt als Eigentümerin oder einzige Vermittlerin auf. Bestehende exportbezogene Funktionen in ausländischer Hand werden verdrängt, und ausländische Unternehmen mit direkten Exportverträgen müssen sich neu aufstellen.
Laut OECD Steel Outlook 2026 vom 28. August exportierte China im Jahr 2025 mehr als 131 Millionen Tonnen Stahl, ein Plus von 13,8 Prozent. Die ASEAN-Staaten nahmen davon einen überproportionalen Anteil auf. Einschätzung: Die Stahlhersteller der Region bleiben unter Importdruck. Grundlage ist der OECD-Befund, dass Chinas Exporte in die ASEAN-Staaten in dokumentierten Fällen nach Antidumping- und Ausgleichszollmaßnahmen (AD/CVD) gestiegen sind. Handlungsbedarf: Gleichen Sie jetzt jeden direkten Exportvertrag mit der Regierungsverordnung 24/2026 ab.
131 Mio. t Chinas Stahlexporte 2025, plus 13,8 Prozent
Laut Zonos US Import Tariff Tracker vom 11. September trat der Zollaufschlag von 10 Prozent nach Section 122 am 29. September für alle Unternehmen vollständig in Kraft. Er ersetzt das auf den IEEPA gestützte Zollregime für nahezu alle Handelspartner der USA. Jede Lieferung in die USA muss deshalb auf Basis des einheitlichen Satzes neu geprüft werden.
Laut Global Trade Alert vom 11. Oktober hatte China bis Anfang Oktober keine Verlängerung seiner ausgesetzten Exportkontrollen für Seltene Erden signalisiert. Nach Angaben des Council on Foreign Relations / Coface vom 9. September läuft die Aussetzung am 10. November aus. Handlungsbedarf: Sichern Sie bis zu diesem Termin Ihre Vorprodukte aus Seltenen Erden und Graphit, und benennen Sie Ausweichlieferanten.
10. November Aussetzung der chinesischen Exportkontrollen für Seltene Erden endet
Wie Congress.gov / Library of Congress am 31. August berichtet, erklärten iranische Streitkräfte die Straße von Hormus ab dem 4. März für geschlossen. Mindestens 17 Handelsschiffe wurden beschädigt. Laut Energies Media, das am 19. August über die Zahlen von Saudi Aramco für das zweite Quartal berichtete, sank die Förderung von Kohlenwasserstoffen von 12,614 mmboed im ersten Quartal auf 9,5 mmboed. Rohöl kostete dabei 108 US-Dollar je Barrel.
In der Region haben die Philippinen nach Angaben von Mongabay vom 3. September am 21. August die Executive Order 122 unterzeichnet. Sie soll die Genehmigungsverfahren für kritische Mineralien innerhalb von sechs Monaten straffen. Einschätzung: Für Käufer von Mineralien könnten sich dadurch neue Bezugsquellen öffnen, allerdings mit langem Vorlauf. Handlungsbedarf: Unterziehen Sie Ihre Budgets einem Stresstest für dauerhaft hohe Rohölpreise.
108 US-Dollar Rohölpreis je Barrel laut Aramco-Zahlen für das zweite Quartal 2026
Laut Al Jazeera vom 15. September hält ein US-Sicherheitshinweis vom 23. September fest, dass die Huthi ihre Angriffe auf Handelsschiffe wieder aufgenommen und weiteres Gebiet am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht haben. Laut einer Pressemitteilung des Rats der EU (Consilium) vom 9. September müssen die EU-Mitgliedstaaten spätestens ab dem 1. November eine Bearbeitungsgebühr je Paket für Fernabsatzsendungen erheben. Die Höhe legt die EU-Kommission per delegiertem Rechtsakt fest.
Für den internationalen Flughafen Long Thanh gilt laut SGGP English Edition vom 15. September das vierte Quartal 2026 als Frist für den kommerziellen Start. Handlungsbedarf: Preisen Sie das Routenrisiko im Roten Meer in Angebote für Europa ein, und rechnen Sie die Paketgebühr für grenzüberschreitende E-Commerce-Sortimente durch.
1. November Spätester Starttermin der EU-Bearbeitungsgebühr für Kleinsendungen
Laut GLOBOIL Intelligence vom 3. September beginnt die Durchsetzung der EUDR am 30. Dezember 2026. Das drängt die 2,4 Millionen Palmöl-Kleinbauern in Indonesien und die 300.000 in Malaysia zu digitaler Geolokalisierung und Rückverfolgbarkeit. Hinzu kommt die EU-Lieferkettenrichtlinie CS3D (EU-Richtlinie 2024/1760, Stand 12. August), die zusätzliche Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungsketten verlangt.
Nach Angaben von productregistrationindonesia.com vom 18. August räumt die Verordnung Permenkes 5/2026 Produkten mit einem kombinierten TKDN- und BMP-Wert von über 40 Prozent absoluten Vorrang in der Beschaffung ein. Der TKDN-Anteil muss dabei mindestens 25 Prozent betragen. Laut medminutes.io vom 28. August überschneiden sich für Krankenhäuser die Pflichten aus elektronischer Patientenakte (EMR), SATUSEHAT und Datenschutz. Handlungsbedarf: Finanzieren Sie die Kartierung auf Plantagenebene, und prüfen Sie Ihre Werte für den lokalen Wertschöpfungsanteil vor der nächsten Ausschreibungsrunde.
30. Dezember Beginn der EUDR-Durchsetzung
Quellen dieser Woche: Australian Government Business.gov.au Export Service · HLC Publications · OECD Steel Outlook 2026 · Zonos US Import Tariff Tracker · Council on Foreign Relations / Coface · Global Trade Alert · Congress.gov / Library of Congress · Energies Media — Aramco Q2 2026 results report · Mongabay · Consilium press release · Al Jazeera · SGGP English Edition · EU Directive 2024/1760 (CS3D) · Ilomata International Journal of Social Science · GLOBOIL Intelligence · NPRA circular via Pharma To Market · medminutes.io · productregistrationindonesia.com — Permenkes 5/2026 Guide · WTO news release · ANTARA News · Emerhub · CME FedWatch / Polymarket via growbeansprout.com and predictionmarketspicks.com · FedRateCalc / Federal Reserve FOMC schedule · Orrick